ODER SO! & Werkhausband

Anders ist normal!

Mit dem international bekannten Fotografen Jim Rakete und Deutschlands erfolgreichster Produzentin Annette Humpe zusammenzuarbeiten: Davon können die meisten Bands nur träumen. Für die 2013 gegründete inklusive Popband ODER SO! wurde es Realität. Mit Annette Humpe entstanden 2017 zwei der selbst geschriebenen Lieder für das 150-jährige „Bethel-Jubiläum“: „Taschen voll Gold“ und „Nur nicht in meinem Kopf“. Zwei wunderbar kompakte Popnummern mit starken Hooklines. Zu dem offiziellen Bethel-Jubiläumssong „Taschen voll Gold“ hat Jim Rakete das dazu gehörige Video gedreht.

Genau wie ODER SO! steht auch die bereits 1998 gegründete Werkhausband für eine „typische Bielefelder Kulturform“, die das Miteinander aller Menschen in den Fokus rückt. Sie folgt einer Vision, die oft als reine gesellschaftliche Utopie gilt: In all ihrer Verschiedenheit leben und arbeiten mehr oder weniger Gesunde, mehr oder weniger Behinderte, mehr oder weniger Leistungsfähige, Jüngere und Ältere, Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und religiöser Prägung zusammen. Und ganz selbstverständlich machen sie auch gemeinsam Musik.

ODER SO!
„Anders ist normal!“ Getreu dieser Devise hat sich die Popband ODER SO! 2013 aus einem inklusiven Bandprojekt entwickelt, in dem Behinderung keine Rolle spielt. Vier junge Frauen, drei junge Männer – deren Leben Höhen und Tiefen hat wie bei jedem anderen auch. Fast alle sind oder waren Schüler*innen der Mamre-Patmos-Schule der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die Band arbeitet gemeinsam an eigenen Songs, mit deutschen Texten, aus dem tiefsten Innern, keine Therapie, sondern reine Lebenslust.

Die Homebase der Band ist das Forum der Mamre-Patmos-Schule in Bielefeld-Bethel, wo einmal wöchentlich an Songs gearbeitet wird. Vorgegebene Stilrichtungen existieren nicht. „Es kommt wie es kommt“, wie Sänger Nils es treffend formuliert. So entstehen Songs aus dem Alltag, geradeaus und in höchstem Maße authentisch. „Bei Musik geht es um Emotionen und nicht darum, immer exakt den Ton zu treffen. Und Gefühl haben alle aus der Band“, sagt Annette Humpe.

Mittlerweile hat die Band diverse Konzerte in und um Bielefeld gespielt und ist heiß darauf, ihren Aktionsradius zu erweitern. Sie spielte z. B. einige Konzerte mit der bekannten Hamburger Band Station 17, die seit Jahren einen ähnlichen künstlerischen Ansatz verfolgt: Nämlich sich kreativ, musikalisch und lyrisch zu betätigen. Vielleicht auch mal den „ganzen Scheiß rauszulassen“, wie Nils es auf den Punkt bringt. Darum geht‘s!

Werkhausband
Im Jahr 1998 aus einer begleitenden Maßnahme hervorgegangen, hat sich die Werkhausband der Lebenshilfe Bielefeld längst als feste Größe mit einer treuen Fangemeinde etabliert. Die neun Bandmitglieder sehen sich als Sprachrohr für mehr Verständigung und Integration.

Die deutschen Texte der durchweg eigenen Kompositionen erzählen von den Sorgen und Nöten, aber auch den besonderen Freuden der Menschen mit Behinderungen. Neben der Veröffentlichung von inzwischen sieben CDs zählen die Liveauftritte zu den besonderen Stärken der Werkhausband.

Die Songs umfassen ein breites Spektrum von Rock, Pop, Reggae und Balladen und lassen den Funken der Freude an der Musik schnell auf das Publikum überspringen. Komponist und Multiinstrumentalist Thomas Bruch erschließt, im Zusammenspiel mit dem 2001 hinzu gekommenen Gitarristen Jörg Tuletzki, neue musikalische Horizonte. Er setzt mit der Werkhausband, um Frontmann Gerrit Mähl, insbesondere die Songs auf dem Konzeptalbum „Lynn“ originell um. Intelligente, kritische, humorvolle oder auch einfach nur unterhaltsame Texte gibt es natürlich wie immer obendrauf.

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