DAS NEU

+ Rondiva & KARÂGE

Ganz schön groß und ganz schön vielfältig – Bielefelds Musikszene hat einiges drauf. Das beweist dieser Abend mit gleich drei Acts, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Größter gemeinsamer Nenner: ihre Homebase am Teuto. Hier ist die Hip-Hop-Band DAS NEU (aktuelle Single: „DRIVE“) zuhause, die frei zwischen verschiedensten musikalischen Genres unterwegs ist und viel kreativen Input aus dem Austausch mit ihrer Community zieht. Auch Singer und Songwriter Rondiva passt in keine Schublade. Sein Gitarren-Liedermacher-Pop bewegt sich im weiten Feld zwischen Tom Petty, Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert, Blumfeld, Bruce Springsteen und Neil Young. Dritter im Bunde sind KARÂGE, die mit ihrem Garagen-Pop vor allem ein Ziel haben: alle zum Tanzen zu bringen.

DAS NEU

Mit ihrer dritten Single „DRIVE“ präsentiert sich DAS NEU schwermütiger und brutaler als zuvor. Die assoziative Erzählung einer digitalen Trennung ist eine musikalische Verneigung vor Shoegaze und dem Dark Wave Sound der frühen 1980er Jahre, zitiert allerdings gleichermaßen Berliner Rap rund um die Jahrtausendwende und zeitgenössische Hip-Hop-Soundästhetik. Im Video zu „DRIVE“ übersetzt DAS NEU all diese Einflüsse in eine düstere, packende Bildsprache.

Als Individuen gewachsen in zahlreichen Subkulturen und aus deren Einflüssen zehrend, zeigt DAS NEU nachdrücklich, dass sie ihr Lager in ihrer eigenen Klangwelt, ihrem eigenen Genre aufgeschlagen haben; sich ein geschlossenes System innerhalb der deutschen Musiklandschaft schaffen. Kreativen Input zieht DAS NEU dafür aus einem nahezu unendlichen Katalog aus über 70 Jahren Pop-Kultur, vom A$AP Mob und 070 Shake bis zu Fehlfarben, von David Lynch bis Brian Eno.

Das Zentrum von DAS NEU bildet jedoch die eigene Community, der Austausch mit Gleichgesinnten. So entwickelte sich über den eigenen Instagram-Kanal in den letzten Monaten etwa „DAS NETZ“, eine Spotify-Playlist, die regelmäßig von den Followern selbst kuratiert wird. DAS NEU betritt damit neue Gefilde, sie brechen massiv mit Genres und Einordnungen. Sie wollen kein deutsches Pendant zu irgendeinem US-Hype oder Teil eines festgefahrenen Soundentwurfs sein. Das macht ultimativ frei.

Rondiva

In Ostwestfalen, wo sich sanftes Bergland und weite Felder bis zum Horizont erstrecken und die Natur den Menschen eine ruhige Gelassenheit verleiht, hat Rondiva sein Zuhause. Der beschauliche Kurort Bad Salzuflen hat bereits Songwriter wie Frank Spilker (Die Sterne), Jochen Distelmeyer (Blumfeld), Bernd Begemann und Bernadette La Hengst (Die Braut haut ins Auge) hervorgebracht. Sie alle haben ihre musikalische Perspektive in Hamburg gesucht, wo sie Anfang der 90er Jahre die sogenannte „Hamburger Schule“ ins Leben riefen. Rondiva jedoch lebt weiterhin in dieser vermeintlichen Abgeschiedenheit jenseits der hektischen Großstädte. Er hat vor Jahren immerhin den Schritt ins benachbarte Bielefeld unternommen. Dort hat er Inspiration zu zwei Alben und einer EP gefunden. Dunkle Dramatik, Verzweiflung, hoffnungsvolle Selbstreflexion, Urbanität und die unberührte Natur spiegeln sich in seinen Songs wider. Die emotionalen Berg- und Talfahrten seiner melancholischen Musik gehören in genau diese Umgebung und sind doch bereit für die Clubs der Metropolen. Sein Gitarren-Liedermacher-Pop thematisiert die vermeintlichen Kleinigkeiten und die großen Dinge. 2009 erhielt der Songwriter – noch vor Veröffentlichung seiner ersten CD –eine Einladung von Ina Müller und spielte gemeinsam mit ihr in der Sendung „Inas Nacht“ seinen Song „Sonnenschein“. Die Resonanz auf seine Musik war nach der Ausstrahlung in der ARD und dem NDR Fernsehen überwältigend. „Ein deutscher Neil Young könnte er werden“, urteilte der WDR.

KARÂGE

Spielen, bis alle tanzen. Das klappt mit jungem deutschen Indie Rock aus Bielefeld, der mit einer gut abgeschmeckten Prise Pop einen Umweg über die Ohren direkt in die Beine nimmt. 2018 in Bielefeld gegründet, besetzt die junge Band seitdem die musikalischen Lokalitäten. Das Quartett bewegt sich musikalisch zwischen 80’s Pop und Indie-Rock, das Ganze nennt man dann liebevoll „Garagen-Pop”. Nach eigenen Aussagen trägt die Band lieber Übergangs- statt Lederjacke.

Foto: ©istock.com/anyaberkut

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